Ratgeber

Preise · 4 Minuten

Was kostet eine Praxis-Website in der Schweiz?

Wer das googelt, landet bei deutschen Artikeln in Euro. Hier stehen die Schweizer Zahlen: was spezialisierte Anbieter laut ihren eigenen Preisseiten verlangen, welche laufenden Posten dazukommen – und welcher davon der grösste ist.

Das Wichtigste in Kürze

Warum die Praxis eigene Zahlen braucht

Eine Praxis-Website ist keine gewöhnliche Firmenseite mit anderem Logo. Drei Posten unterscheiden sie: die Online-Terminbuchung, die als laufender Dienst ins Budget gehört; der Umgang mit Gesundheitsdaten – ein Kontaktformular, das nach Beschwerden fragt, ist der falsche Kanal, was Aufbau und Formulare beeinflusst; und die Rechtstexte, die nach Schweizer Recht (revDSG) verfasst sein müssen statt aus einem deutschen Generator zu kommen. Was inhaltlich auf die Seite gehört, steht in der Checkliste für Praxis-Websites – hier geht es ums Geld.

Die belegten Preisspannen – einmalig

CHF500–1'000

einmalig, Einstieg

Die Einzelseite

Spezialisierte Anbieter führen Einstiegsangebote ab rund CHF 500: eine einzelne, sauber gebaute Seite mit den Grundangaben, kleine Pakete bis vier Seiten um CHF 990. Das reicht, um gefunden zu werden – es wird eng, sobald mehrere Behandler, Leistungen oder eine eigene Terminlogik dazukommen.

CHF1'000–7'500

einmalig, Mittelfeld

Die mehrseitige Praxis-Website

Das belegte Mittelfeld der Schweizer Spezialisten: Standard-Pakete um CHF 1'000 bis 4'000, Branchen-Pakete mit Terminbuchungs-Anbindung und lokaler Suchmaschinenoptimierung zwischen CHF 3'000 und 5'500, Gruppenpraxen ab CHF 7'500. Meist enthalten: Design, Aufbau, Termin-Link, Grundlagen-SEO – bei den Texten lohnt sich die Nachfrage, wer sie schreibt.

ab CHF11'500

einmalig, Premium

Das Premium-Projekt

Markenstrategie, Workshops, Praxisfotografie vor Ort, individuelle Programmierung: Das belegte Premium-Angebot für Arztpraxen beginnt bei CHF 11'500. Das ist kein schlechter Deal, wenn die Praxis eine Marke aufbauen will – für die Einzelpraxis, die gefunden und kontaktiert werden möchte, ist es selten der erste Schritt.

Daneben gibt es Abo-Modelle, bei denen Erstellung und Betrieb in einer Monats- oder Jahresgebühr stecken – und auffällig viele spezialisierte Anbieter, die gar keine Preise publizieren («auf Anfrage»). Beides ist legitim, macht Offerten aber schwer vergleichbar. Die Gegenwehr: denselben Umfang anfragen, die Kosten über drei Jahre zusammenzählen und klären, wem Domain und Inhalte am Ende gehören.

Die laufenden Kosten – in Jahren gedacht

Die Grundausstattung ist günstiger, als viele Offerten vermuten lassen: Eine .ch-Domain kostet bei Schweizer Anbietern rund CHF 15 im Jahr, das Hosting für eine kleine Website zwischen CHF 130 und 360 im Jahr. E-Mail-Adressen sind beim Hosting häufig inbegriffen (einzeln kosten sie CHF 3 bis 7 pro Monat), und das SSL-Zertifikat – das Schloss-Symbol im Browser – ist heute bei den grossen Schweizer Hostern kostenlos dabei. Steht es als eigener Posten in der Offerte, ist das eine Frage wert.

Teurer wird es bei Agentur-Betreuungsmodellen: Bei einem belegten Spezialisten beginnen Wartungspakete bei CHF 149 pro Monat und das Agentur-Hosting nach dem ersten Jahr bei CHF 29 pro Monat. Ob eine Website das braucht, hängt an ihrer Bauweise – ein System mit Plugins will laufend aktualisiert werden, eine statisch gebaute Seite nicht. Fragen Sie deshalb nicht «Was kostet die Wartung?», sondern «Was genau muss an dieser Website gewartet werden – und was passiert, wenn niemand es tut?».

Der grösste laufende Posten: die Online-Terminbuchung

Der teuerste wiederkehrende Posten einer Praxis-Website ist meist gar nicht die Website. OneDoc – nach eigenen Angaben der führende Schweizer Terminbuchungsdienst, der 2025 auch den langjährigen zweiten Namen Medicosearch übernommen hat – kostet laut seinen Preisseiten im Jahresabo CHF 133.35 pro Monat für Arzt- und Zahnarztpraxen und CHF 79.15 pro Monat für Physio- und Psychotherapie-Praxen. Aufs Jahr gerechnet sind das rund CHF 950 bis 1'600 – mehr, als manche Website einmalig kostet. Ob der Preis pro Praxis oder pro Agenda gilt, klären Sie im Verkaufsgespräch.

Wichtig fürs Budget: Diese Kosten entstehen unabhängig davon, wer die Website baut – der Termin-Link auf der Website ist nur die Tür zum Dienst. Warum ein Link meist die bessere Wahl ist als ein eingebettetes Buchungsfenster, steht im Ratgeber zur Online-Terminbuchung.

Unterscheidet sich der Preis nach Branche?

Beim Bau der Website kaum – eine gute Zahnarzt-Seite kostet nicht mehr als eine gute Physio-Seite. Die Unterschiede stecken im Drumherum: Arzt- und Zahnarztpraxen zahlen für die Terminbuchung rund zwei Drittel mehr als Therapiepraxen, und die Inhalte verlangen anderes Gewicht – der Aufnahmestatus bei der Arztpraxis, Notfall und Dentalhygiene bei der Zahnarztpraxis, Zuweiser und Verordnung bei der Physiotherapie, Diskretion und Platzangebot bei der Psychotherapie. Wer eine Offerte vergleicht, prüft deshalb weniger den Preis als die Frage, ob der Anbieter diese Inhalte kennt.

Was in Praxis-Offerten gern fehlt

Häufige Fragen zu den Kosten

Was kostet eine Praxis-Website pro Monat?

Bei einer einmalig bezahlten Website bleiben Domain und Hosting: umgerechnet etwa CHF 12 bis 30 pro Monat. Der Terminbuchungsdienst kommt separat dazu – je nach Fachgebiet und Zahlweise CHF 79.15 bis 160 pro Monat. Abo-Websites bündeln Erstellung und Betrieb in einer Monatsgebühr; dort zählt die Summe über drei Jahre, nicht die Monatszahl.

Einmal zahlen oder Abo?

Rechnen Sie beides auf drei Jahre hoch, mit allem: Erstellung, Hosting, Änderungen, Terminbuchung. Und klären Sie die eine Frage, die im Abo oft offen bleibt – wem gehören Domain und Inhalte, wenn Sie kündigen?

Warum stehen bei vielen Anbietern keine Preise?

«Auf Anfrage» ist in dieser Nische verbreitet – von den spezialisierten Schweizer Anbietern, die wir für diesen Artikel geprüft haben, publiziert rund die Hälfte keine Zahlen. Das muss nichts Schlechtes heissen, verlagert den Vergleich aber in die Offerte: gleicher Umfang, gleiche Seitenzahl, Texte, Rechtstexte und Termin-Link ausdrücklich drin.

Ist eine Praxis-Website teurer als eine normale KMU-Website?

Der Bau selbst kaum. Teurer wird das Gesamtpaket durch die Terminbuchung als Dauerposten und durch Anbieter, die ihr Branchenwissen einpreisen. Genau dieses Wissen ist aber der Grund, einen Spezialisten zu nehmen – eine schöne Website, die nach Beschwerden im Kontaktformular fragt, ist am falschen Ende günstig.

Sind die Zahlen hier aktuell?

Alle Anbieter- und Dienstpreise in diesem Artikel sind öffentliche Listenpreise, erhoben im August 2026 direkt auf den Preisseiten der Anbieter. Preise ändern sich – massgeblich ist immer die aktuelle Angabe des jeweiligen Anbieters.

Von Yanis Leo Moser · Stand: August 2026 · Anbieterpreise sind Listenpreise, erhoben im August 2026 · Alle Beträge in Schweizer Franken und ohne Gewähr · Zurück zum Ratgeber · Impressum · Datenschutz